Dienstag, 16. Mai 2017

San Pedro de Atacama – Salar de Uyuni

Endlich in der Wärme, war unser erster Gedanke nach der Ankunft in San Pedro de Atacama. Das Dorf ist Ausgangspunkt zur Wüste von Atacama und so nahe an der Grenze zu Bolivien, dass hier auch Touren in die berühmte bolivianische Salzwüste Uyuni starten. Zum ersten Mal seit Monaten hörten wir mehr Englisch, Deutsch und Französisch als Spanisch. Kein Wunder, besteht das Dorf eigentlich nur aus Hostals, Tourenanbietern und überteuerten Minimarkets.

Von den vielen anderen Touristen liessen wir uns aber nicht abschrecken. Die Altiplano-Gegend ist nämlich so atemberaubend schön, dass man sie einfach sehen muss. So haben wir nebst Ausflügen zum Valle de la Luna und zu Geysiren auch eine 4-tägige Jeep-Tour zur Uyuni-Wüste gemacht. Bei 4300 Meter über Meer und Temperaturen unter null hat es sich dann in den einfachen Refugios doch nicht mehr so entspannt geschlafen. Das Herz pöpperlet so richtig schön! Aber jede Minute hat sich gelohnt – die Bilder seht ihr hier:

Sonntag, 14. Mai 2017

Valparaiso – La Serena

Wer an Strand denkt, kommt wohl nicht sogleich auf Chile. Doch nach unseren intensiven Mendoza-Tagen war die Hafenstadt Valparaiso mit dem Badeort Vina del Mar und das nördliche Beach- und Surfdomizil La Serena genau das Richtige für uns.

Valparaiso mit seinem Bohème-Charme hat uns von der ersten Minute an gefallen. In Vina del Mar konnten wir uns nur ausmalen, wie eng die Badetücher wohl im Sommer aneinandergereiht sind. Wir hatten nicht nur erfrischende 20 Grad, sondern auch erfrischend leere Strände für einen schönen Spaziergang. Der nächste Zwischenstopp in La Serena war dann eher ein kurzes Vertreten der Beine auf dem Weg nach San Pedro de Atacama. So ist leider auch kein Foto entstanden, dass hier einen Platz verdient hätte 😊

Unsere Transportmittel sind nun Fernbusse. Einerseits gewöhnen wir uns noch an die langen Fahrten – sie dauerten bis jetzt zwischen 8 und 16 Stunden. Andererseits ist es völlig ungewohnt, so rasche landschaftliche Wechsel zu erleben. Wir sind da gedanklich noch bei den 14 km/h mit dem Velo 😊 und lassen uns jetzt jeweils überraschen, wie völlig anders die Landschaft nach acht Stunden aussehen kann.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Santiago de Chile - Mendoza

Nach dem anfänglichen Schock über den Verlust der Velos haben wir in Santiago zuerst einige Tage die Beine hochgelegt, die Stadt erkundet und neue Reiselust gefasst. Was könnte besser sein, um neue Ideen und Pläne zu schmieden als einige Tage auf Weingütern in Mendoza? So verabschiedeten wir uns schon bald aus der abwechslungsreichen Hauptstadt und reisten per Bus über den atemberaubenden Grenzübergang Los Libertadores. Dieser liegt inmitten der Anden, umgeben von farbig schillernden Tälern und gezuckerten Berggipfeln – darunter natürlich der Aconcagua, der höchste Berg Südamerikas.

Mendoza ist wohl die grünste Stadt, welche wir bislang in Südamerika gesehen haben. An jedem Eck gibt es einen Park. Der grösste Park beinhaltet sogar einen künstlichen Teich mit Ruderzentrum – da kamen bei Claudia sogleich Heimatgefühle auf! Mendoza ist auch die Weinhauptstadt von Südamerika. Aber nicht nur das: Auch das Essen ist unglaublich gut und zudem zu fairen Preisen zu haben. Kein Wunder also, verging kein Tag, bis wir uns in ein kleines Restaurant-Juwel mit Gourmet-Menü und Weinbegleitung «verirrten» 😊

Highlight unserer kleinen Inspirationsreise nach Mendoza waren aber die darauffolgenden Tage in Maipu und im Uco Valley. Hier gastierten wir einmal in einem ehemaligen Weingut, dann in einem Guesthouse welches vom eigenen 300 Hektaren grossen Rebberg umgeben ist. Wir besichtigten Weingüter von gross über klein, von traditionell bis modern. Nebst viel Wein bleibt uns aber hauptsächlich die unvergessliche Aussicht über die herbstlich gefärbten Rebberge zu den Andengipfeln in Erinnerung. Und nach vier Tagen im Weingebiet erwischten wir uns dabei, dass wir bei der morgendlichen Weindegustation schon leichte Abnützungserscheinungen zeigten – und dann auch bald kein weiteres Tastingmenü zum Zmittag mehr bewältigen konnten. Zeit also, die Zelte woanders aufzuschlagen.

Wir werden nun zunächst nach Valparaiso weiterreisen, der wichtigsten Hafenstadt und gleichzeitig Bohème-Zentrum in Chile. Danach geht’s weiter Richtung Norden zur Atacama- und Uyuni-Wüste – wir freuen uns auf die Wärme!


Montag, 24. April 2017

San Martin de los Andes - Temuco

Eigentlich wollten wir jetzt von unserer Etappe von Argentinien über die Anden nach Chile berichten. Leider ist etwas dazwischengekommen. Wir hängen deshalb den Blogbeitrag und einige Bilder unten an. Was uns im Moment aber viel mehr beschäftigt, ist der Verlust unserer Velos.

Als wir in Temuco, einer mittelgrossen chilenischen Stadt, einfuhren, haben wir bereits gehört, dass es hier etwas anders zu und her geht als im beschaulichen Süden. Wir fuhren fürs Nachtessen Richtung Stadtzentrum, schlossen unsere Velos vor dem Lokal ab – drei Stunden später waren sie weg. Wie konnte dies nur passieren? Vielleicht ein Pickup, welcher die beiden Velos einfach aufgeladen hat? Wir können es uns nur ausmalen. Spätabends mussten wir bei den Carabineros Meldung erstatten und erhielten sehr unkompliziert Hilfe bei allen Formalitäten. Sie haben natürlich auch den emotionalen Wert der Velos für uns nicht gesehen. Nichtsdestotrotz bleibt ein fahler Beigeschmack. Wir haben die nächsten 650km bis Santiago bereits vor uns gesehen, uns darauf eingestellt, uns gefreut. Nun sind wir für den Moment einfach nur enttäuscht. Und etwas planlos, wie es denn weitergehen soll. Neue Velos beschaffen ist keine Option; Touren-Velos sind hier praktisch inexistent, solche, die den Ansprüchen von Andreas genügen erst recht. Wir lassen die Köpfe nicht hängen und machen uns jetzt per Nachtbus auf nach Santiago – etwas Dolce Vita und Grossstadt-Flair wird sicherlich helfen, um neue Pläne zu schmieden!

Mit etwas Abstand werden wir dann hoffentlich auch das Positive sehen. Die Einfahrt nach Santiago mit dem guten Gefühl, es geschafft zu haben, bleibt uns nun verwehrt. Die Strecke von San Martin de los Andes nach Temuco, welche nun wohl als unsere Schlussetappe im Gedächtnis bleiben wird, war dafür wunderschön. Retrospektiv ein guter Abschluss, wenn auch nicht wie erhofft.

Vom feucht-grünen San Martin de los Andes wechselte die Landschaft fast schlagartig in trockene argentinische Steppe vor den Anden. Auf der Passquerung bestaunten wir dann den Lanin Nationalpark und die greifbar nah scheinenden Vulkane. Dank der langgezogenen Abfahrt und etwas Rückenwind erreichten wir Pucon und danach Villarrica fast mühelos. In Villarrica erholten wir uns bei schönstem Wetter von diesen «Strapazen», genossen die guten Restaurants und den schönen See mit Panoramablick auf den Villarrica-Vulkan. Ganz unverhofft kam dann der Censo – die Chilenische Volkszählung. Da die letzte Volkszählung vor vier Jahren die Bevölkerung anscheinend nur auf +/- eine Million genau erfasst habe, bedeutet das dieses Mal Zwangsferien für alle inklusive Ausgangssperre. Die Datenerheber gehen zu Fuss von Tür zu Tür und erfassen auf Papier ziemlich viele mehr oder weniger relevante Informationen. Für uns hiess das fast leere Strassen und sogar eine gemütliche Fahrt auf der Autobahn nach Temuco. In Chile anscheinend auch nicht unüblich: wir wurden von den Beamten an den Mautposten freundlich angelächelt und regelmässig von Rennvelofahrern überholt.