Dienstag, 18. April 2017

Puerto Varas – San Martin de los Andes

Nach Tagen mit tollem Kuchen und echtem Kaffee (ja, Capucchino mit Milchschaum und nicht mit Chantilly-Dosenrahm!) konnten wir uns dann doch noch von Puerto Varas trennen. Wir nahmen die erste Andenüberquerung in Angriff. Zugegebenermassen sind die Anden hier unten ja noch nicht so hoch. Und doch hatten wir ziemlich daran zu beissen. Die Querung von Puerto Varas auf der chilenischen Seite nach Bariloche (Argentinien) beinhaltet drei Seeüberquerungen mit Schiffen, welche nach einem eng getakteten Fahrplan navigieren. Gutbetuchte Chilenen und Argentinier lassen sich den Ausflug per Bus und Schiff gerne 280 USD kosten. Mit unseren Velos hatten wir es da etwas anstrengender: Wir mussten genauso schnell pedalen, wie die Touri-Busse zum nächsten Schiff fuhren. Die etwas über 1000 Höhenmeter über den Hauptpass mussten wir innerhalb von vier Stunden schaffen, um nicht vor dem nächsten See festzustecken. 1000 Höhenmeter über 25km? Locker, dachten wir. Als wir dann die ersten noch flachen Kilometer in einem regelrechten Bachbett mit tiefem Kies mit knapp 5 km/h fuhren, zweifelten wir zum ersten Mal. Und wir sollten während der nächsten Stunden noch viele Male fluchen, Velo schieben, schwitzen, Beinkrämpfe unterdrücken und hoffen, dass der Touri-Bus uns nicht vor der Passhöhe überholt. Zum Schluss schafften wir es – hauptsächlich, weil der Bus an einer Gepäckkontrolle am Grenzübergang hängen blieb 😊

So sind wir vor Ostern in Bariloche angekommen. Die Landschaft mit den vielen Seen und den fast schweizerisch anmutenden Bergen hat uns sehr gefallen. Es gibt sogar einige Refugios, fast schon regelrechte SAC-Hütten, welche man zu einer mehrtätigen Wanderung verbinden kann. Wir haben uns dann aber mit den schweren Beinen für den Sessellift entschieden 😊 Weniger zugänglich waren uns die vielen argentinischen und brasilianischen Touristen, welche mit Tigerli-Leggins, Lippenstift und Gucci-Täschli unterwegs waren. Deshalb sind wir dann in der Hoffnung auf etwas Ruhe bald wieder Richtung Norden aufgebrochen. Zwei Tage verbrachten wir in der wunderschönen «Siete Lagos» Gegend und waren rechtzeitig für ein feines Znacht am Ostersonntag in San Martin de los Andes.

Kommentare:

  1. du liebe güte! mit dem car um die wette rasen?! herti siächä!
    herr a. mit bart, frau c. mit sonnenbrille und stirnband; steht euch gut!
    und die wunderbaren landschaftsbilder tun uns hier im schneegestöber so richtig gut!
    ♥♥♥ monika und j.b.

    AntwortenLöschen
  2. Gartenterasse nur für Gäste: wie gemein! Aber ihr habt ja sicher ein ganz abgeklärtes Lächeln aufgesetzt und euch an die vielen schönen Aussichten eurer bisherigen Reise erinnert, die es umsonst gab. Wobei "umsonst" vielleicht das falsche Wort ist. Schliesslich habt ihr euch eure Aussichten mit viel Anstrengung verdient. Da darf man zwischendrin sogar mal Sesselilift fahren :-)
    Gute Weiterfahrt.

    AntwortenLöschen
  3. Wow!!!! Awesome trip Claudia! I think often of you and your adventure. I am very inspired and about to go out and get myself a bike too 😘 Looking forward to seeing you again. Beautiful pics and awesome blog! Thanks for sharing

    AntwortenLöschen